Welt ohne Atomwaffen
Welt ohne Atomwaffen
Ersatz im Sinne der Ökologie
In der Prager Rede stellt Obama seinen Standpunkt unmissverständlich dar: Die USA streben "nach einer Welt ohne Atomwaffen". Unterstützung findet Obama nebst Medien und Friedensaktivisten auch bei Russlands Präsidenten Medwedew. Der Friede trügt, denn beide Länder haben schon den Nachfolger der Atombombe im Waffenarsenal.
Der Traum einer atomwaffenfreien Welt schlummert wohl in jedem Menschen rund um den Erdball. Im Jahr 2009 erklärte Barack Obama in Prag: „Die Vereinigten Staaten werden konkrete Schritte zu einer Welt ohne Atomwaffen unternehmen“. Wie richtig aus diesem Zitat zu entnehmen ist, redet Obama von einer Welt ohne Atomwaffen und nicht etwa von einer Welt ohne Massenvernichtungswaffen. Der Weltfriede ist folglich in weiter Ferne und keineswegs Ziel der amerikanischen Aussenpolitik.
Selbst der nächste Schritt ist noch weit von Obamas finalen Vision entfernt
Bevor sich die Welt von Atomwaffen endgültig verabschieden darf, planen Russland sowie die USA ihr Kernwaffenarsenal auf jeweils 1000 Gefechtsköpfe zu reduzieren. Im anvisierten Nachfolgevertrag von "Start 1" soll sich die atomare Überlegenheit Russlands sowie der USA gegenüber allen anderen Staaten nicht ändern. Zudem überschreitet der kleinste Sprengsatz die Sprengkraft der Atombombe von Nagasaki um das Zehnfache. Das angepeilte Atompotential würde folglich genügen, dass jeder der beiden Staaten sämtliche mittleren und grösseren Städte auf dem Erdball vollständig vernichten könnte.
Die Vakuumbombe als ökologischer Nachfolger der Atombombe
Wie aus medial inszenierten Abrüstungsversprechen im Verlauf des Kalten Krieges hervorgeht, so verzichtet ein Staat nur dann auf einen Teil seiner militärischen Schlagkraft, wenn diese durch eine neue Technologie ersetz, respektive ausgeglichen wird. Neben der biologischen und chemischen Kriegsführung haben die USA sowie Russland der Vakuumbombe jüngst zur Serienreife verholfen. Im Spätherbst des Jahres 2007 testete Russland den "Vater aller Bomben". Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass verglich Alexander Rukschin (Vize-Stabschef der russischen Streitkräfte) die Sprengkraft der Vakuum-Bombe mit der einer Atombombe.
Durch die Detonation einer Vakuum-Bombe, die auch als thermobarische Waffe bezeichnet wird, werde die Umwelt nicht wie bei einer Nuklearwaffe durch radioaktive Strahlung belastet. Dies ermöglicht dem Angreifer folglich, feindliches Gebiet nach einem Angriff mit thermobarischen Waffen zu nutzen. Laut damaliger Medienberichterstattung müssen Vakuumbomben auf Grund ihrer Grösse durch Flugzeuge abgeworfen werden. Jedoch muss man kein Militärexperte sein, um zu verstehen, dass keine Armee der Welt seine Rivalen durch Medienbeiträge über den neusten Stand ihrer Waffentechnik auf dem Laufenden hält.
Kurz nach dem Abwurf hatte die Führung der Streitkräfte angekündigt, dass Russland binnen drei Jahren neue Raketen des Typs RS-24 zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um ballistische Raketen mit Mehrfachsprengköpfen und interkontinentaler Reichweite. Militärexperten rund um den Globus sehen die (Weiter)Entwicklung der Vakuumbombe in direktem Zusammenhang mit den neusten Interkontinentalraketenplänen Russlands. Somit sollte die Technologie ab 2010 den Russen zur Verfügung stehen.
Die USA setzten kleine thermobarische Bomben bereits im Vietnam-Krieg zur Bekämpfung unterirdischer Anlagen, zur Vernichtung von Waldflächen und zur Räumung von Minenfeldern ein. Folglich ist anzunehmen, dass auch die Vereinigten Staaten in der Lage sind, ihre Interkontinentalraketen mit thermobarischen Sprengköpfen zu bestücken.

Nikita Chruschtschow blendete einst die Weltöffentlichkeit mit einer "Geste" des Friedens. Bildquelle USA
Geschichtliche Parallelen
Schon gegen Ende der fünfziger Jahre konnte ein ähnliches Verhalten beobachtet werden, da die Reduktion einer militärischen Schlagkraft nur dann erfolgt, wenn diese mit einer neuen und zugleich bahnbrechenden Technologie ausgeglichen werden kann. Als im Sommer 1959 dem sowjetischen Parteiführer Nikita Chruschtschow von Geheimdiensten das Konzept der ersten massentauglichen Interkontinentalrakete der UdSSR vorgestellt wurde, war seine Begeisterung kaum in Grenzen zu halten. Auf einen Schlag war die Sowjetunion in der Lage, nukleare Sprengsätze mit Raketen an praktisch jeden Ort zu befördern.
Dass diese Innovation mit der Verringerung von konventionellen Truppen einhergeht, ist wohl selbstsprechend. Der Weltöffentlichkeit wurde aber mit viel Trommelwirbel erklärt, dass die UdSSR ihre Truppenstärke in einer „beispiellosen Geste“ der Abrüstung um 1,5 Millionen Mann reduziere. Über die neue Technologie der Interkontinentalrakete wurde gewiss nicht gesprochen. Ironischerweise stiess diese von Chruschtschow medial inszenierte "Friedensbemühung" bei Medien wie auch Friedensaktivisten auf breite Unterstützung.
Bedeutung für die Gegenwart
Zum einen scheinen auch heute die selbsternannten Qualitätsmedien Aussagen einer allseits beliebten Führungsperson wie Obama nicht zu hinterfragen. Zum anderen scheint die Gesellschaft aus den Fehlern der Vergangenheit keine Lehren zu ziehen und fällt stets auf die selben Mechanismen rein. Diese beiden Begebenheiten sollten uns nachdenklich stimmen. Denn jede Aussage, egal ob von einem angesehenen Staatsoberhaupt oder einem verhassten Diktator, muss von der vierten Gewalt auf Wahrheitsgehalt und Machbarkeit geprüft werden.
Es scheint immer offensichtlicher, dass die grossen Medienkonzerne ihre Aufgabe als die Vierte Gewalt nicht sauber und unabhängig wahrnehmen können. So bleibt nur zu hoffen, dass jeder einzelne Bürger offensichtliche Zusammenhänge vernetzen kann, um so eine Skizze eines realistischen Bildnisses zu zeichnen.
Quellenangabe: ZVG