Garden State
Garden State
Film (2007 / Comedy)
Persönlicher als "Garden State" kann ein Film gar nicht sein. Der aus der TV-Serie Scrubs bekannte Zach Braff steuerte einerseits das Drehbuch bei, führte andererseits Regie und übernahm zudem die männliche Hauptrolle. Warum der ganze Aufwand? Dieser Film stellt in gewisser Hinsicht Braffs Autobiographie dar und überzeugt durch Intimität.
Wie eine einsame grüne Erbse im Kartoffelpüree wirkt der intime Film namens "Garden State" im monotonen Einheitsbrei Hollywoods. Vor nicht allzu langer Zeit suchten die meisten Menschen aus meinem Freundeskreis nach dem Sinn des Lebens. Doch heutzutage befinden sich die meisten von ihnen nur noch auf der Suche nach dem eigenen Ich. Sie fristen teils ein Dasein als erfolgreicher Arzt, Philosoph, Kameramann oder Schauspieler. Doch die innere Leere, die meist nur melancholische Gefühle an die Oberfläche durchdringen lässt, wird mit irgendwelchen Medikamenten unterdrückt.
In einer vergleichbaren Lebenslage befindet sich die Hauptfigur Andrew Largeman. Die Beerdigung seiner Mutter zwingt Andrew in seine Heimatstadt nahe New Jersey zurück zu kehren und konfrontiert ihn schonungslos mit seiner Familie und alten Schulfreunden. Obwohl sich bei allen sehr viel getan hat, so ist trotzdem einiges beim Alten geblieben. Einerseits ist aus einem ehemaligen Kiffer ein allseits respektierter Ordnungshüter geworden und sein Schulfreund jobbt als grabplündernder Totengräber. Obwohl zwar jeder einen Beruf gefunden hat, ist die Suche nach der eigenen Identität noch keineswegs abgeschlossen.
Wie jeder Mensch trägt auch Andrew stets eine Last mit sich, die ihn an sich selbst zweifeln lässt und die mit Schuldgefühlen geflutete Vergangenheit zu einem ständigen Begleiter macht. Bei einer Routineuntersuchung lernt er ein aufgestelltes Mädchen namens Sam kennen, das sich ihrer familiären Herkunft schämt, an Epilepsie leidet und flunkert, was das Zeug hält. Im Verlauf der Geschichte kommen sich die beiden immer näher und helfen sich gegenseitig, die Wunden der Vergangenheit zu überwinden und sich selbst zu finden. Sam und Andrew erkennen, welche Dinge im Leben für sie so unentbehrlich und zugleich wichtig geworden sind und definieren sich folglich neu.
In anderen Worten: Sie haben sich selbst gefunden. Auf eindrückliche Art und Weise wird in "Garden State" vor Augen geführt, was kein Medikament dieser Welt erreichen kann: Die Überwindung eines Defizits durch tiefgründige Gespräche mit einer Vertrauensperson, die zur Verarbeitung der eigenen Vergangenheit führt. Dieser Film lässt die Sonne wieder scheinen und spricht Themen an, die noch oft tabuisiert werden. Die Selbstoffenbarung von Zach Braff zeigt auf intime, humorvolle und ebenso ernsthafte Weise, wie schön und realitätsnahe ein Film manchmal sein kann.

Natalie Portman brilliert in ihrer Rolle als notorische Lügnerin, die das Leben in allen Zügen liebt.
Produktionsnotizen
Bereits zu College-Zeiten arbeitete der aus Scrubs bekannte Zack Braff an gewissen Passagen des Films. Im Jahr 2000 verhalf er dem Drehbuch in nur drei Monaten zu einem Abschluss. Mit den Dreharbeiten wurde aber erst drei Jahre später begonnen. Zu einem grossen Teil handelt es sich bei "Garden State" um eine erweiterte Autobiographie. Wie die Hauptfigur Andrew Largeman wuchs auch Braff in New Jersey auf und war in Hollywood zunächst auch nicht sonderlich erfolgreich. Die Schule, die Largeman besuchte („Columbia High“) ist Braffs ehemalige Schule, die sogar kurz im Film zu sehen ist. Sowohl Braffs Mutter als auch sein Stiefvater sind Psychologen. Laut Braff basieren rund achzig Prozent des Films auf wahren Begebenheiten, die er aber nicht alle selbst erlebt hat. Der Soundtrack wurde von Zack Braff persönlich zusammengestellt.
Der Film gehörte zum offiziellen Programm des "Sundance Film Festivals 2004" und war für den Preis als als bester Debütfilm nominiert. Bei diesem Filmfestival wurden die Rechte am Film an Miramax Films sowie Fox Searchlight Pictures verkauft. Nachdem der Film zunächst nur in acht Kinos in New York, Kinos in Los Angeles und dem Heimatkino von Braff in New Jersey anlief, wurde er später in weiteren ausgewählten Städten vorgeführt. Erst nachdem sich grosses Interesse abzeichnete, fand "Garden State" den Weg in sämtliche Lichtspielhäuser der USA und wurde ins Ausland exportiert. In Deutschland wurden für den Film insgesamt 155.364 Eintrittskarten verkauft. Ausserdem gewann "Garden State" zahlreiche Preise bei kleineren Festivals in den Vereinigten Staaten sowie einen Preis beim Stockholm International Film Festival.
Crew
Zach Braff (Regie)
Zach Braff (Andrew Largeman)
Ian Holm (Gideon Largeman)
Peter Sarsgaard (Mark)
Natalie Portman (Sam)
u.v.m.
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