Rendezvous
Rendezvous
Luna (Alternative)
Es gibt Bands wie die Stones, die bis in alle Ewigkeit existieren. Andere hingegen scheinen die Spuren ihrer Existenz im Laufe der Zeit zu verwischen. Das trifft auch auf Luna zu. Ihr einmaliger Sound, der den Kings of Convenience in punkto Pepp und Rhythmus das Fürchten lehren könnte, fand schon im Jahre 2004 ein viel zu frühes Ende.
Das Beste kommt meist ganz am Schluss. Oder: Man soll immer dann aufhören, wenn es am Schönsten ist. Diesen Rat nahm sich Luna wahrhaftig zu Herzen. Denn die Band nahm ihr letztes Album, das auf den Namen Rendezvous getauft wurde, selbst im Jahr 2004 von A bis Z live im Studio auf. Nur ein kleiner kosmetischer Eingriff in der Nachbearbeitung verpasste dem Album den letzten Schliff.
Wie im Theater bei einer Dernière üblich, bauten auch Luna in ihrem letzten Werk wie professionelle Schauspieler kleine Unregelmässigkeiten ein, die wohl nur ein Profi oder langjähriger Fan feststellen kann. Zum Beispiel, dass Luna-Gitarrist Sean Eden zum ersten Mal in der Bandgeschichte für zwei Songs mit seiner Stimme herhalten durfte. Interessanterweise gehören genau diese beiden Stücke "Broken Chair" und "Still at Home" zu den wohl besten, die Luna wohl je geschrieben hat.
Der Song "Astronaut" ist derart fetzig, dass er eben so gut von den Pernice Brothers oder Yo La Tengo stammen könnte. Mit "Cindy Tastes Of Barbecue" und "The Owl & The Pussycat" zeigt die Band, dass selbst die Kings of Convenience ihr Handwerk wohl von Luna abgekupfert haben müssen. Bei letzterem Song handelt es sich um eine musikalische Adaptierung des gleichnamigen Gedichts von Edward Lear.
Alle elf Songs sind eine Sünde wert und hören sich im Hintergrund genau so gut an, wie wenn man ihnen seine gesamte Aufmerksamkeit schenkt. Dieses Album erweitert euren musikalischen Horizont. Manchmal weiss man erst was man hatte, wenn man es verloren hat.
Luna (1991 - 2005) R.I.P.

Als ob es gestern gewesen wäre: Hier noch ein letztes Mal die gesamte Band auf einem Bild.
Artist Background
Wie so oft im Musikgeschäft wird eine Band gegründet, weil eine andere auseinander geht. Nach dem Ende der Band Galaxie 500 beschliesst Dean Wareham beim Lable Elektra Record eine Solokarriere zu starten und nimmt ein Demotape auf. Ein ranghohes Tier bei Elektra war von Deans Arbeit derart begeistert, dass er eine Band zusammenstellen musste.
1992 trat die Band schon unter dem Namen Luna auf und brachte ihr erstes Album namens "Lunapark" auf den Markt. Die Band suchte daraufhin noch einen Gitarristen und wurden beim Kanadier Sean Eden fündig. 1993 ging die seit kurzem vierköpfige Band Luna mit Velvet Underground auf Tour quer durch Europa.
1994 wurde die Scheibe "Bewitched" in New York aufgenommen und von Kritikern gelobt, aber nicht gross in Szene gesetzt. Ganz anders im Folgejahr mit "Penthouse". Das Magazin "Rolling Stone" hatte die Scheibe zu einem der wichtigsten Alben der neunziger Jahre erkoren. Selbst mit dem wohl besten Album ihrer Geschichte gelang der Band leider nie der internationale Durchbruch.
SPOTLIGHT FILM
SPOTLIGHT ALBUM